Die Antwort der Sächsischen Staatsregierung auf eine Kleine Anfrage (Drs. 8/6545) des Abgeordneten Ronny Kupke, gesundheitspolitischer Sprecher und Vorsitzender der BSW-Landtagsfraktion Sachsen, zeigt ein wachsendes sozialpolitisches Problem im Freistaat: Zum Stichtag 31. Dezember 2025 bezogen rund 39.380 Menschen in Sachsen Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Darunter sind etwa 21.080 Menschen im Rentenalter.

Vor dem Hintergrund von rund 1,2 Millionen Rentnerinnen und Rentnern in Sachsen bedeutet das konkret: Etwa jede 60. Rentnerin und jeder 60. Rentner ist auf staatliche Unterstützung angewiesen, weil die eigene Rente nicht zum Leben reicht.  Zudem zeigt die Antwort: Rund 10.000 Leistungsbeziehende besitzen keine deutsche Staatsangehörigkeit. Auch sie sind in besonderem Maße auf soziale Sicherung angewiesen.

Dazu erklärt Ronny Kupke: „Diese Zahlen sind ein deutliches Warnsignal. Für zehntausende Menschen in Sachsen reicht das Einkommen – ob aus Rente oder aufgrund von Erwerbsminderung – nicht aus, um den Lebensunterhalt zu sichern. Altersarmut ist längst Realität.“

Außer älteren Menschen sind auch viele Jüngere betroffen: Rund 18.300 Menschen beziehen Grundsicherung aufgrund von Erwerbsminderung.

Kritisch bewertet Ronny Kupke zudem die eingeschränkte Transparenz der Daten: „Die Staatsregierung verweist auf statistische Geheimhaltung und stellt nur gerundete Zahlen zur Verfügung. Gerade bei einem so sensiblen Thema brauchen wir jedoch eine belastbare Datengrundlage, um gezielt handeln zu können.“

Zusätzliche Fragen wirft ein Vergleich mit bundesweiten Zahlen auf: Während frühere Angaben des Statistischen Bundesamtes für Sachsen deutlich niedrigere Werte auswiesen, liegt die aktuelle Zahl des Statistischen Landesamtes erheblich höher.

Ronny Kupke dazu: „Diese Unterschiede müssen aufgeklärt werden. Wer wirksame Sozialpolitik machen will, braucht verlässliche und nachvollziehbare Zahlen.“

Aus Sicht der BSW-Fraktion unterstreichen die vorliegenden Daten den dringenden Handlungsbedarf, Altersarmut wirksam zu bekämpfen, die soziale Absicherung zu stärken und insbesondere Menschen mit Erwerbsminderung besser zu unterstützen.

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