BSW kritisiert Umgang mit Impfgeschädigten in Sachsen: Betroffene werden allein gelassen
Die Antwort der Staatsregierung auf eine Kleine Anfrage des BSW-Abgeordneten Jens Hentschel-Thöricht zum Umgang mit Impfgeschädigten in Sachsen (Drs. 8/7081) zeichnet ein ernüchterndes Bild. Menschen, die nach einer Corona-Impfung gesundheitliche Schäden erlitten haben, müssen oft monatelang auf Entscheidungen warten und erhalten kaum gezielte Unterstützung.
Dazu erklärt Jens Hentschel-Thöricht, Parlamentarischer Geschäftsführer der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag:
„Wer gesundheitliche Schäden erlitten hat und um Anerkennung sowie Unterstützung kämpft, darf vom Staat nicht allein gelassen werden. Genau das geschieht aber derzeit. Die Staatsregierung räumt ein, dass es in Sachsen keine speziellen Beratungs- oder Unterstützungsangebote für Menschen mit Verdacht auf einen Impfschaden gibt. Als Antwort bleibt den Betroffenen lediglich der Hinweis, sich an ihren Hausarzt zu wenden. Das ist zu wenig.“
Nach Angaben der Staatsregierung wurden bis Ende Mai 2026 in Sachsen 33 Leistungsansprüche wegen anerkannter Schäden nach einer Corona-Impfung festgestellt. Gleichzeitig dauert ein Anerkennungsverfahren im Durchschnitt 241 Tage. Viele Betroffene befinden sich in dieser Zeit in gesundheitlicher, beruflicher und finanzieller Unsicherheit.
„Wer sich impfen ließ, handelte auf Grundlage staatlicher Empfehlungen und gesellschaftlicher Verantwortung. Wenn dabei gesundheitliche Schäden entstehen, hat der Staat eine besondere Verpflichtung gegenüber den Betroffenen. Dazu gehören schnelle Verfahren, medizinische Begleitung und verlässliche Ansprechpartner“, so Hentschel-Thöricht.
Besonders kritisch bewertet das BSW die Aussage der Staatsregierung, wonach keine weiterführenden Erkenntnisse über spezielle Unterstützungsangebote vorliegen. Während für zahlreiche andere Gesundheitsbereiche spezialisierte Beratungsstrukturen geschaffen wurden, fehlt für Impfgeschädigte bis heute ein entsprechendes Angebot.
Das BSW fordert deshalb:
• den Aufbau einer unabhängigen Beratungs- und Anlaufstelle für Betroffene in Sachsen
• eine deutliche Beschleunigung der Anerkennungsverfahren
• eine bessere medizinische Versorgung und wissenschaftliche Begleitung von Menschen mit Verdacht auf Impfschäden
• mehr Transparenz bei der Erfassung und Bewertung möglicher Impfnebenwirkungen.
„Die Aufarbeitung der Corona-Zeit darf nicht bei politischen Debatten enden. Sie muss dort beginnen, wo Menschen bis heute unter den Folgen leiden. Wer Vertrauen in staatliches Handeln zurückgewinnen will, muss auch denjenigen gerecht werden, die einen hohen persönlichen Preis gezahlt haben.“


