Zur Antwort der Staatsregierung auf seine Kleine Anfrage (Drs. 8/7208) zum Umsetzungsstand der Open-Source-Strategie der Sächsischen Staatsverwaltung erklärt der digitalpolitische Sprecher der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag, Bernd Rudolph:

„Die Antwort zeigt, dass Sachsen auf dem Weg zu mehr digitaler Souveränität erste Fortschritte erzielt hat. Der Anteil von Open-Source-Software in der Staatsverwaltung ist gestiegen, deutlich mehr Beschäftigte wurden geschult und bei neuen Beschaffungen spielen offene Softwarelösungen inzwischen eine wesentlich größere Rolle als noch vor zwei Jahren. Das ist eine positive Entwicklung.“

Nach Angaben der Staatsregierung stieg der Anteil von Open-Source-Software an der gesamten Softwarelandschaft der Staatsverwaltung von 13,5 auf 17,64 Prozent. Der Anteil von Open-Source-Neubeauftragungen erhöhte sich von 3,8 auf 19,75 Prozent. Gleichzeitig wurden bereits 415 Beschäftigte zu diesem Themenbereich geschult.

Besonders begrüßt Rudolph die Ankündigung der Staatsregierung, ab 2027 in ausgewählten Behörden die Open-Source-Bürosoftware openDesk als Alternative zu Microsoft Office zu pilotieren. „Das ist ein wichtiger Schritt. Digitale Souveränität bedeutet nicht, bestehende Software von heute auf morgen zu ersetzen. Sie bedeutet aber, sich unabhängiger von einzelnen Anbietern zu machen und eigene Handlungsspielräume zurückzugewinnen.“

Gleichzeitig sieht Rudolph weiteren Handlungsbedarf. Die Antwort zeige, dass die Staatsverwaltung trotz der Open-Source-Strategie weiterhin zahlreiche Cloud- und KI-Dienste außereuropäischer Anbieter nutzt. Die Herausforderung bestehe deshalb darin, den Ausbau eigener und europäischer Lösungen konsequent voranzutreiben.

„Die Europäische Union investiert derzeit Milliarden in souveräne Cloud- und KI-Infrastrukturen. Sachsen sollte diese Entwicklung aktiv nutzen und seine eigene Strategie daran ausrichten. Digitale Souveränität entsteht nicht durch Absichtserklärungen, sondern durch konkrete Investitionen in eigene Infrastruktur, offene Standards und europäische Technologien.“

Positiv bewertet Rudolph zudem, dass die Staatsregierung den Umsetzungspfad der Open-Source-Strategie fortschreiben und bis Ende Oktober 2026 einen verbindlichen Maßnahmenkatalog vorlegen will.

„Entscheidend wird sein, dass aus guten Ansätzen nun eine flächendeckende Modernisierung der Verwaltung wird. Open Source ist kein Selbstzweck, sondern ein wichtiger Baustein für mehr Unabhängigkeit, Innovationsfähigkeit und Sicherheit der öffentlichen IT.“

Drucksache (PDF Download)