Bereits in wenigen Wochen – bis zum 4. Juni – müssen die Kandidaten einer deutschen Olympiabewerbung für 2036, 2040 oder 2044 ihre finalen Unterlagen beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingereicht haben. Drei der vier potenziellen Ausrichterstädte bzw. -regionen planen auch mit Wettkampfstätten in Sachsen, Berlin sogar mit Leipzig als einem Co-Ausrichter. Aber was hat die Staatsregierung eigentlich genau unternommen, um die sächsischen Chancen in unterschiedlichen Konstellationen zu maximieren und olympische Sommerspiele in den Freistaat zu holen, am besten nicht nur nach Leipzig?

Die Antwort des zuständigen Staatsministers Armin Schuster auf eine Kleine Anfrage des sportpolitischen Sprechers der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag, Ralf Böhme, ist im Wesentlichen ein Exkurs in den Bewerbungsprozess und lässt leider völlig offen, ob es diesbezügliche Initiativen gab und wenn ja, was sie zum Inhalt hatten. Man kann nur hoffen, dass Sachsen besser aufgestellt ist, als es diese Nicht-Auskunft vermuten lässt und der Traum von Olympia nicht an mangelnder eigener Strategie scheitert. Von einem traditionellen Sportland wie Sachsen kann man eine aktive Rolle erwarten, wenn Olympia winkt, und Lösungen für alle möglichen Szenarien.

Das Konzept Berlin+ sieht in Leipzig Wettkämpfe an mehreren Standorten vor, zudem – südlich angrenzend – im Kanupark Markkleeberg. Die Wassersportanlage gilt als eine der modernsten in Europa, deshalb findet sie sich auch in den Bewerbungen von Hamburg und der Rhein-Ruhr-Region um Köln. Hamburg möchte außerdem mit ostdeutschen Stadien für das Fußballturnier punkten, darunter das Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden. In der Bewerbung von München taucht Sachsen nicht auf.

Selbst die Kandidatur von Berlin hat in jüngster Zeit deutlich Rückenwind erhalten. In den weiteren Bewerberregionen zeichnete sich bereits länger eine deutliche Unterstützung aus der Bevölkerung ab.

Ralf Böhme: „Zuletzt fanden Olympische Sommerspiele 1972 im damals noch geteilten Deutschland statt: in München. Dass das über 50 Jahre her ist, zeigt, wie selten sich die Gelegenheit bietet, Olympia vor der eigenen Haustür erleben zu können. Deshalb sollten jetzt auch aus Sachsen heraus unbedingt Nägel mit Köpfen gemacht werden.“ Der DOSB entscheidet im September, welche deutsche Stadt bzw. Region sich der internationalen Konkurrenz um die Austragung stellen darf.

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