Förderschulen stärken: BSW fordert mehr pädagogische Fachkräfte
Die BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag fordert mit einem aktuellen Antrag (Drs. 8/7516) eine deutliche Verbesserung der personellen Ausstattung an Förderschulen und Förderzentren. Ziel ist es, Lehrkräfte zu entlasten und Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf künftig noch besser individuell unterstützen zu können.
„Die Anforderungen an Förderschulen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Lehrkräfte und Schulleitungen berichten von steigenden Förderbedarfen, zunehmenden psychischen oder sozialen Belastungen der Schülerinnen und Schüler sowie immer komplexeren Anforderungen im Schulalltag. Dem muss die Politik endlich Rechnung tragen“, erklärt Lars Wurzler, bildungspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion.
Wurzler weiter: „Die pädagogischen Fachkräfte leisten bereits heute einen unverzichtbaren Beitrag. Sie unterstützen Lehrkräfte bei der individuellen Förderung, begleiten Schülerinnen und Schüler im Unterricht, helfen bei der Vor- und Nachbereitung des Unterrichts, arbeiten mit Eltern und außerschulischen Partnern zusammen und tragen wesentlich dazu bei, dass Unterricht und Förderung gelingen. Dennoch wurden die Planungsvorgaben für ihren Einsatz seit Jahren nicht angepasst. Das muss sich jetzt unbedingt ändern.“
Mit ihrem Antrag fordert die BSW-Fraktion deshalb zunächst eine landesweite Evaluation der bestehenden Personalausstattung sowie eine Bedarfsanalyse unter Einbeziehung der Erfahrungen von Lehrkräften und Schulleitungen. Auf dieser Grundlage sollen die Stellenschlüssel an die tatsächlichen Anforderungen angepasst werden. Insbesondere an Förderschulen und Förderzentren mit den Förderschwerpunkten emotionale und soziale Entwicklung sowie Lernen soll künftig mindestens eine weitere pädagogische Fachkraft pro Klasse zur Verfügung stehen.
Darüber hinaus spricht sich die Fraktion für kleinere Klassen an besonders belasteten Förderschulen, den schrittweisen Aufbau multiprofessioneller Teams sowie den Ausbau von Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und therapeutischen Angeboten aus. Gleichzeitig sollen Maßnahmen entwickelt werden, um pädagogische Fachkräfte langfristig für den Schuldienst zu gewinnen und zu halten. Auch für Förderschulen mit den Förderschwerpunkten Sprache und Hören müsse geprüft werden, welcher zusätzliche Personalbedarf besteht.
„Wer Kindern mit besonderem Förderbedarf gerecht werden will, darf sie und ihre Lehrkräfte nicht länger alleinlassen. Gute Bildung braucht ausreichend qualifiziertes Personal. Nur so können individuelle Förderung, erfolgreiche Schulabschlüsse und echte Zukunftsperspektiven für die Schülerinnen und Schüler gelingen“, so Wurzler.
Nach Auffassung der BSW-Fraktion sind Investitionen in Förderschulen weit mehr als Bildungsausgaben. Sie stärken die Chancengerechtigkeit, fördern gesellschaftliche Teilhabe und helfen langfristig dabei, Bildungsabbrüche zu vermeiden und den Fachkräftebedarf in Sachsen zu sichern.


