Die Sächsische Staatsregierung verfügt über keine Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen Diskriminierungserfahrungen und dem allgemeinen sowie psychischen Gesundheitszustand der Bevölkerung im Freistaat. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage (Drs. 8/6546) des Abgeordneten Ronny Kupke, gesundheitspolitischer Sprecher und Vorsitzender der BSW-Landtagsfraktion Sachsen, hervor.

Auch zur gesundheitlichen Lage von Menschen mit Migrationsgeschichte liegen laut Staatsregierung keine vergleichbaren Daten vor. Diskriminierungserfahrungen werden in der sächsischen Gesundheitsberichterstattung bislang nicht erfasst und spielen in der Versorgungsplanung keine Rolle.

Während Studien – etwa des Robert Koch-Instituts – klar belegen, dass Diskriminierung erhebliche Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit hat, fehlt in Sachsen jede systematische Datengrundlage zu diesen Zusammenhängen.

Dazu erklärt Ronny Kupke: „Wenn die Staatsregierung nicht einmal weiß, welche Rolle Diskriminierung für die Gesundheit der Menschen spielt, kann sie auch keine wirksame Politik dagegen machen. Hier fehlt es nicht nur an Daten, sondern am politischen Problembewusstsein.“

Besonders kritisch ist, dass aufgrund der fehlenden Erkenntnisse auch keine gezielten Maßnahmen zur Reduzierung gesundheitlicher Ungleichheiten infolge von Diskriminierung ergriffen werden.

Ronny Kupke weiter: „Gesundheitliche Chancengleichheit darf nicht vom Zufall abhängen. Wer Diskriminierung als Einflussfaktor ignoriert, nimmt gesundheitliche Ungleichheit billigend in Kauf. Sachsen braucht endlich eine systematische Erhebung und Auswertung dieser Zusammenhänge, um wirksam gegensteuern zu können.“

Aus Sicht der BSW-Fraktion offenbart die Antwort der Staatsregierung eine gravierende Lücke in der Gesundheitsberichterstattung und eine fehlende Grundlage für evidenzbasierte gesundheitspolitische Entscheidungen im Freistaat.

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