KI ist in Sachsens Verwaltung längst angekommen – jetzt braucht es eine klare Strategie
Zur Antwort der Staatsregierung auf seine Kleine Anfrage zum Einsatz KI-gestützter Anwendungen in der Sächsischen Staatsverwaltung (Drs. 8/7209) erklärt der digitalpolitische Sprecher der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag, Bernd Rudolph:
„Die Antwort der Staatsregierung zeigt deutlich: Künstliche Intelligenz ist in der sächsischen Verwaltung längst kein Zukunftsthema mehr. Nahezu alle Ressorts und zahlreiche nachgeordnete Behörden setzen bereits heute KI-Anwendungen produktiv ein – von Recherche und Übersetzungen über Dokumentenanalyse bis hin zur Softwareentwicklung und Fachverfahren.“
Besonders erfreulich sei, dass Sachsen außer auf kommerzielle Angebote zunehmend auch auf selbst gehostete KI-Lösungen und den Aufbau eigener Infrastruktur setze. „Das ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr digitaler Souveränität und passt zu den aktuellen Bestrebungen auf europäischer Ebene, eigene KI- und Cloud-Kapazitäten aufzubauen.“
Gleichzeitig zeige die Antwort aber auch, dass der KI-Einsatz bislang sehr unterschiedlich organisiert sei. Die Ressorts setzen eine Vielzahl verschiedener Systeme ein – darunter ChatGPT, Gemini, Copilot, Mistral, Perplexity, Langdock oder DeepL. Einheitliche Standards seien bislang nur in Ansätzen erkennbar.
„Wenn KI künftig selbstverständlich zum Arbeitsalltag der Verwaltung gehört, braucht es mehr als einzelne Pilotprojekte und ressortinterne Lösungen. Es braucht eine klare Governance, nachvollziehbare Standards und eine langfristige Strategie für digitale Souveränität.“
Positiv bewertet Rudolph die inzwischen eingeführten ressortübergreifenden Leitlinien für den Einsatz generativer KI. Dazu gehörten unter anderem das Verbot der Eingabe personenbezogener und vertraulicher Daten, verpflichtende Sensibilisierungsschulungen sowie die Pflicht zur fachlichen Prüfung KI-generierter Inhalte.
„Gerade weil KI in der Verwaltung zunehmend produktiv eingesetzt wird, sind verbindliche Regeln notwendig. Gleichzeitig sollten diese Leitlinien transparent sein und öffentlich nachvollzogen werden können.“
Der Abgeordnete kündigte an, den weiteren Aufbau der landeseigenen KI-Infrastruktur sowie die Umsetzung der Open-Source-Strategie des Freistaates parlamentarisch weiter zu begleiten.
„Entscheidend wird sein, dass Sachsen die Chancen der Künstlichen Intelligenz nutzt, ohne sich dabei in neue technologische Abhängigkeiten zu begeben. Digitale Souveränität darf kein Schlagwort bleiben, sondern muss sich in der täglichen Verwaltungspraxis widerspiegeln.“


