Krankenhauszahlen sinken – Überblick über neurologische Erkrankungen fehlt
Die Sächsische Staatsregierung verfügt über keine eigenen Daten dazu, wie viele Menschen im Freistaat mit Multipler Sklerose (MS) leben. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage (Drs.-Nr. 8/6015) des gesundheitspolitischen Sprechers der BSW-Fraktion, Ronny Kupke, hervor.
Zwar liegen der Staatsregierung Zahlen zu stationären Behandlungen vor. So wurden im Jahr 2019 noch 1.289 Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose im Krankenhaus behandelt, im Jahr 2024 waren es 935.
Auch insgesamt ist die Zahl stationärer Behandlungen wegen neurologischer Erkrankungen rückläufig: Von 36.521 Fällen im Jahr 2019 auf 30.450 im Jahr 2024.
Diese Entwicklung erlaubt jedoch keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Verbreitung der Erkrankungen. Viele neurologische Krankheiten werden heute überwiegend ambulant behandelt, zudem haben sich Diagnostik und Therapie in den vergangenen Jahren deutlich verändert.
Dazu erklärt Ronny Kupke: „Für eine bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung braucht es eine verlässliche Datengrundlage. Dass die Staatsregierung nicht sagen kann, wie viele Menschen in Sachsen mit Multipler Sklerose leben, ist problematisch.“
Auch bei der Bewertung der Versorgung zeigt sich ein zurückhaltendes Bild: Der Staatsregierung sind keine Versorgungslücken bekannt, konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von MS-Patientinnen und -Patienten sind derzeit nicht vorgesehen.
Kupke weiter: „Die vorliegenden Krankenhauszahlen zeigen nur einen Ausschnitt der Realität. Entscheidend ist, wie viele Menschen tatsächlich betroffen sind und wie ihre Versorgung im Alltag aussieht. Nur so lassen sich mögliche Defizite erkennen und gezielt beheben.“
Die BSW-Fraktion spricht sich daher für eine bessere Datengrundlage sowie eine kontinuierliche Analyse der Versorgungssituation neurologischer Erkrankungen in Sachsen aus.

