Über 1.000 Verdachtsmeldungen, aber keine Forschung zu möglichen Langzeitfolgen
Jens Hentschel-Thöricht (BSW), Mitglied des Corona-Untersuchungsausschusses im Sächsischen Landtag:
„Wer Aufklärung verspricht, darf offene Fragen nicht einfach zu den Akten legen.“
Die Antwort der Staatsregierung auf eine Kleine Anfrage (Drs. 8/7084) des BSW-Abgeordneten Jens Hentschel-Thöricht zu möglichen Impfnebenwirkungen und Impfschäden nach COVID-19-Impfungen in Sachsen wirft erhebliche Fragen zum Umgang mit Betroffenen und zur wissenschaftlichen Aufarbeitung auf. Während den Behörden mehr als 1.000 Verdachtsmeldungen zu gesundheitlichen Schäden nach Corona-Impfungen vorliegen, unterstützt der Freistaat keine eigenen Forschungsprojekte zu möglichen Langzeitfolgen der Impfungen.
Dazu erklärt Jens Hentschel-Thöricht: „Als Mitglied des Corona-Untersuchungsausschusses erlebe ich immer wieder, wie viele Fragen bis heute unbeantwortet geblieben sind. Umso unverständlicher ist es, dass die Staatsregierung trotz zahlreicher Verdachtsmeldungen keine eigenen Forschungsprojekte zu möglichen Langzeitfolgen der COVID-19-Impfungen unterstützt. Wer Aufklärung verspricht, darf offene Fragen nicht einfach zu den Akten legen.“
Nach Angaben der Staatsregierung wurden bis Ende 2025 insgesamt 1.016 Verdachtsfälle einer über das übliche Maß hinausgehenden Impfreaktion nach COVID-19-Impfungen an die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen gemeldet. Darunter befinden sich 432 als schwerwiegend eingestufte Verdachtsfälle. Zudem wurden 57 Todesfälle erfasst, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer COVID-19-Impfung gemeldet wurden. Die Staatsregierung weist selbst darauf hin, dass damit kein Nachweis eines ursächlichen Zusammenhangs verbunden ist. Gerade deshalb wäre eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung notwendig.
„Niemand behauptet, dass jeder Verdachtsfall tatsächlich durch die Impfung verursacht wurde. Aber genau deshalb braucht es Forschung statt Vermutungen. Wer ernsthaft wissen will, was passiert ist, muss bereit sein, alle verfügbaren Daten auszuwerten und wissenschaftlich zu untersuchen.“
Besonders kritisch bewertet die BSW-Fraktion, dass die Staatsregierung zugleich einräumt, dass eine direkte Verknüpfung von Impfstatus, Hospitalisierung und Sterblichkeit nicht möglich sei, weil kein zentrales Impfregister existiert und entsprechende Daten nicht vollständig erfasst wurden. Dennoch werden weitreichende Schlussfolgerungen über die Sicherheit der Impfstoffe gezogen.
„Im Untersuchungsausschuss haben wir immer wieder erlebt, dass zentrale Datengrundlagen fehlten oder gar nicht erhoben wurden. Wer aber über unvollständige Daten verfügt, sollte mit endgültigen Bewertungen vorsichtig sein. Wissenschaft lebt von Transparenz und Überprüfbarkeit, nicht von politischen Gewissheiten“, so Hentschel-Thöricht.
Auch die Zahlen zu den Anträgen auf Anerkennung von Impfschäden zeigen aus Sicht des BSW Handlungsbedarf. Hunderte Betroffene haben Anerkennungsverfahren durchlaufen, doch nur ein Bruchteil der Anträge wurde anerkannt. Viele Betroffene kämpfen seit Jahren um Unterstützung und rechtliche Anerkennung ihrer gesundheitlichen Probleme.
Der Abgeordnete stellt klar: „Wer den Menschen während der Pandemie Solidarität abverlangt hat, muss heute auch solidarisch mit denen sein, die möglicherweise gesundheitliche Schäden davongetragen haben. Diese Menschen verdienen Respekt, Unterstützung und eine ergebnisoffene Untersuchung ihrer Fälle.“
Die BSW-Fraktion fordert eine unabhängige wissenschaftliche Erforschung möglicher Langzeitfolgen der COVID-19-Impfungen, eine bessere Unterstützung von Betroffenen sowie eine umfassende und transparente Aufarbeitung der Pandemiepolitik.
„Aufarbeitung bedeutet nicht, Recht zu behalten. Aufarbeitung bedeutet, die Wahrheit herauszufinden – auch dort, wo sie politisch unbequem ist. Genau das erwarten die Bürger zu Recht von der Politik“, merkt Hentschel-Thöricht abschließend an.


