Auf die Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Jens Hentschel-Thöricht (BSW) zur „Konkretisierung der Waldbrandstrategie“ zeigt sich: Der Freistaat Sachsen kommt bei der Umsetzung seiner selbst gesetzten Ziele nur langsam voran.

Im aktuellen Koalitionsvertrag hatte sich die Staatsregierung ambitionierte Ziele gesetzt:
„Waldbrandschutz sicherstellen. Durch die Modernisierung unserer Katastrophenschutzeinheiten wollen wir nicht nur die Bewältigung von Waldbränden im eigenen Land verbessern, sondern auch unsere europäischen Partner, vor allem in Südeuropa, unterstützen und dadurch die eigenen Kompetenzen weiterentwickeln. Wir werden auf Basis der strategischen Waldbrandschutzkonzeption 2023 die Brandschutz- und -bekämpfungsmaßnahmen regelmäßig überprüfen und weiterentwickeln. Für langanhaltende Hitzephasen wird eine breite Kommunikationsstrategie zur Sensibilisierung der Bevölkerung entwickelt. Wir wollen die interkommunale Zusammenarbeit im Brandschutz erleichtern und die Möglichkeit von regionalen Brandschutzbedarfsplänen eröffnen.“

Doch von dieser Ankündigung ist bislang wenig umgesetzt. Laut Innenministerium bestehen derzeit lediglich drei Löschzüge Waldbrand (KatS-LZWb) – in den Landkreisen Bautzen, Görlitz und Nordsachsen. Bis 2026 sollen nur drei weitere hinzukommen: in den Kreisen Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie im Erzgebirgskreis.

Jens Hentschel-Thöricht (BSW): „Sechs spezialisierte Waldbrandlöschzüge für ganz Sachsen – das reicht einfach nicht aus. Der Freistaat muss den Waldbrandschutz endlich flächendeckend denken. Wer den Schutz der Bevölkerung ernst nimmt, darf keine Minimalstrategie verfolgen.“

Im Rahmen der Modernisierung seien bislang nur einzelne Fahrzeuge wie Kommandowagen, Tanklöschfahrzeuge, Großtanklöschfahrzeuge und Einsatzleitwagen beschafft worden. Der nächste Rollout ist erst 2026 geplant – zu spät angesichts steigender Risiken durch Dürre und Hitzewellen.

Auch bei der angekündigten Kommunikationsstrategie bleibt es beim Appell: Unter dem Motto „Ein Funke braucht zehn Sekunden, um einen Waldbrand auszulösen“ sollen Bürgerinnen und Bürger sensibilisiert werden. Doch Prävention allein genügt nicht, wenn es an Ausstattung, Personal und Koordination fehlt.

Hentschel-Thöricht weiter: „Die Menschen in Sachsen können noch so umsichtig handeln – ohne ausreichende Ausrüstung, Personal und klare Strukturen bleibt der Katastrophenschutz auf wackeligen Beinen. Sachsen braucht endlich eine konsequent umgesetzte Waldbrandstrategie mit ausreichender Finanzierung im nächsten Doppelhaushalt.“

Zudem findet zu diesem Themenkomplex am 22. Januar 2026 im Innenausschuss des Sächsischen Landtages eine öffentliche Anhörung statt. Anlass ist der Antrag der BSW-Fraktion „Beräumung munitionsbelasteter Waldflächen im Freistaat Sachsen – Verantwortung von Bund, Bundeswehr und Land gemeinsam wahrnehmen“ (Drs 8/4529).

Abschließend betont Hentschel-Thöricht: „Die Waldbrandstrategie darf kein Papiertiger bleiben. Sie muss in den Wäldern, bei den Feuerwehren und Katastrophenschutzeinheiten ankommen. Sicherheit darf nicht am Geld scheitern.

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