Der Stellenabbau beim Logistikriesen DHL am Flughafen Leipzig/Halle schlägt hohe Wellen. Über 1.000 Beschäftigte hat das Drehkreuz in den vergangenen zwei Jahren verloren. Für die Region, die vom Aufstieg der Logistikbranche in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich profitiert hat, ist das ein herber Rückschlag. Die BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag fordert von DHL soziale Verantwortung und von der Landesregierung mehr Engagement für betroffene Arbeitnehmer und für den Erhalt dieses wichtigen Wirtschaftsfaktors.

Dazu erklärt Eric Recke, arbeitspolitischer Sprecher der BSW-Landtagsfraktion:
„Hinter jeder dieser 1.000 Stellen steckt ein Mensch, der seine Arbeit verliert – mit all den Sorgen um Miete, Familie und Zukunft. Die Gewerkschafter und Beschäftigten berichten von Druck, Aufhebungsverträge zu unterschreiben. Das ist inakzeptabel. Ein Unternehmen wie DHL, das über Jahre von der Hochkonjunktur und den hart arbeitenden Menschen in der Region profitiert hat, muss in der Krise Verantwortung zeigen. Sozialverträgliche Lösungen und faire Übergänge sind das Mindeste.

Der Stellenabbau bei DHL ist aber auch ein Warnsignal für den gesamten Arbeitsmarkt in Sachsen. Die Logistikbranche war lange ein verlässlicher Jobmotor – gerade für Menschen ohne hochqualifizierte Ausbildung. Jetzt zeigt sich, wie verletzlich dieser Sektor gegenüber globalen Konjunkturschwankungen und steigenden Betriebskosten ist.
Statt wie der Wirtschaftsminister nur mit Sorge zuzuschauen und die Arbeitsplätze hilflos verloren zu geben, muss die Staatsregierung jetzt handeln. Sie muss mit DHL in konstruktive Gespräche treten, um gemeinsam Perspektiven für den Erhalt und den Wiederausbau von Arbeitsplätzen zu entwickeln.
Dafür muss die Landesregierung die Rahmenbedingungen für die Logistikbranche insgesamt verbessern. Dazu gehören gut ausgebaute Verkehrsinfrastrukturen, beschleunigte Genehmigungsverfahren für Erweiterungen und eine aktive Ansiedlungspolitik für Zulieferer und Partnerunternehmen. Ein starker Logistikstandort sichert nicht nur DHL-Jobs, sondern zieht weitere Investitionen an. Die Menschen in Leipzig, Nordsachsen und im gesamten Freistaat haben es verdient, dass die Politik alles tut, um diesen wichtigen Arbeitgeber zu halten und wieder zu stärken.“