3 Tage lautstarker Protest und eine Anhörung
In der vergangenen Woche fanden 3 große Demonstrationen gegen die 21 Maßnahmen des Kultusministers in Leipzig, Chemnitz und am Donnerstag dann auch in Dresden statt. Der bildungspolitische Sprecher der BSW- Fraktion im Sächsischen Landtag Lars Wurzler zeigte sich nicht nur solidarisch mit den Demonstrierenden in allen 3 Städten, sondern wandte sich in Chemnitz mit einem Redebeitrag auch direkt an die Teilnehmer der Kundgebung.
Der bildungspolitische Höhepunkt sollte schließlich die Anhörung des Staatsministers Clemens Ende letzter Woche werden. Ganze 7 der 9 geladenen Experten zerlegten die 21 Maßnahmen des Ministers und appellierten an ihn, davon abzulassen, das Maßnahmenpaket umzusetzen. Wurzler dazu: „Spätestens jetzt muss jedem klar sein muss, dass die allermeisten geplanten Maßnahmen völlig verfehlt und falsch sind. Besonders die Mehrfach-Bestrafung durch Kürzungen und die geplante Änderung der Altersermäßigung halte ich für grundfalsch und diese sind in jedem Fall abzulehnen.“
Einzig die beiden aufgebotenen Experten aus dem Landesrechnungshof und dem Landesamt für Schule und Bildung, Vertreter von Bürokratie und Zahlenakrobatik, stellten sich hinter die Maßnahmen. Diese beiden Sachverständigen zeigten am Freitag Wurzlers Meinung nach erneut, dass sie die falsche Sicht auf die Welt haben, in der das Mantra lautet „Quantität statt Qualität“ und dass vor allem die Zahlen stimmen müssen.
Wurzler betont erneut: „Solche Aussagen und Ideen können nur entstehen, wenn Bürokraten mit Rechenschiebern im Elfenbeinturm am Werk sind.“ So etwas könne nur von Menschen kommen, die weit weg von der realen Arbeits- und Belastungssituation der sächsischen Lehrkräfte seien.
Mit den in der Anhörung von Wurzler gestellten Fragen und den von den Experten formulierten Antworten stellten sich 2 Sachverhalte besonders deutlich heraus. Zum einen findet sich im gesamten Maßnahmenpaket nichts, was die prekäre Situation der Unterrichtsversorgung und des Lehrermangels an Förderschulen verbessern würde und zum anderen bedeutet die Doppelbestrafung durch Hinausschieben der Altersermäßigung und geplanter Zusatzstunde unter dem Strich sogar ein Doppel-Mehrbelastung und -arbeit vor allem für die älteren Kollegen. Dem gilt es entschlossen entgegenzutreten. „Wir können die allermeisten Maßnahmen weder akzeptieren noch kommentarlos hinnehmen, da so vor allem ältere Kollegen über die Maßen bestraft werden. Es ist auch nicht nachvollziehbar, dass das Maßnahmenpaket durch kalte Bürokraten aufgestellt wurde und offensichtlich nicht vorab mit Personen besprochen wurde, die aus dem Bereich Lehrerschaft und Schulalltag kommen. Ich werde mich im Landtag aktiv dafür einsetzen, dass die Vorgriffsstunde nicht grausame Realität wird.“, so Wurzler abschließend.

