Die BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag begrüßt und unterstützt ausdrücklich den Gesetzentwurf zur Einführung von fünf Tagen Bildungszeit in Sachsen. In seiner Rede vor dem Landtag betonte Jens Hentschel-Thöricht, dass die gesetzliche Verankerung der Bildungsfreistellung eine überfällige Stärkung der Rechte der Beschäftigten darstellt und zugleich dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung trägt.

Bildung ist weit mehr als die bloße Vermittlung von Fachwissen. Sie schafft politische Mündigkeit, sichert soziale Teilhabe und fördert die Anpassungsfähigkeit an eine sich stetig verändernde Arbeitswelt. Sachsen ist eines der letzten Bundesländer ohne eine gesetzliche Regelung zur Bildungsfreistellung. „Es wird höchste Zeit, diesen Rückstand aufzuholen und den Menschen die Möglichkeit zu geben, sich umfassend weiterzubilden“, so Hentschel-Thöricht.

Besonders positiv bewertet die BSW-Fraktion, dass der Gesetzentwurf neben der beruflichen Weiterbildung auch politische und kulturelle Bildung sowie die Qualifizierung für ehrenamtliche Tätigkeiten umfasst. Ehrenamtliches Engagement ist ein unverzichtbarer Pfeiler des gesellschaftlichen Zusammenhalts, doch viele Ehrenamtliche müssen Schulungen und Fortbildungen in ihrer Freizeit absolvieren. „Es ist nicht hinnehmbar, dass diejenigen, die sich für die Gemeinschaft einsetzen, keine adäquate Unterstützung erhalten. Diese Bildungszeit kann ein entscheidender Anreiz sein, mehr Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen“, so Hentschel-Thöricht weiter.

Einwände, dass dieser Anspruch eine Belastung für Unternehmen sei, weist die BSW-Fraktion entschieden zurück. Angesichts von Fachkräftemangel und Abwanderung muss Sachsen gezielt in die Weiterbildung und Qualifikation seiner Arbeitnehmer investieren. Gut ausgebildete und engagierte Beschäftigte sind keine Last, sondern ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Unternehmen und die gesamte Gesellschaft.

Die Einführung von Bildungsfreistellung ist eine zentrale Weichenstellung für ein modernes, zukunftsfähiges Sachsen, das Bildung als Grundrecht anerkennt und die Menschen in den Mittelpunkt stellt.