Zur Antwort der Staatsregierung auf die Kleine Anfrage „Versorgungssituation in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Freistaat Sachsen“ (Drs. 8/6601) erklärt Ronny Kupke, gesundheitspolitischer Sprecher und Vorsitzender der BSW-Landtagsfraktion Sachsen:

„Die Antwort der Staatsregierung ist alarmierend. Während Geburtsstationen insbesondere im ländlichen Raum seit Jahren verschwinden, erklärt die Regierung die Versorgung weiterhin für ‚sichergestellt‘ – obwohl Frauen teilweise bis zu 40 Minuten Fahrzeit bis zur nächsten Geburtshilfe in Kauf nehmen müssen.“

Besonders problematisch sei, dass der Staatsregierung nach eigener Aussage keinerlei Erkenntnisse darüber vorliegen, welche Auswirkungen längere Anfahrtswege auf Geburten, Risiken während der Entbindung oder verspätete Klinikeinlieferungen haben.

„Wer längere Wege akzeptiert, ohne deren Folgen überhaupt zu untersuchen, handelt fahrlässig. Geburtshilfe ist keine beliebige medizinische Leistung, sondern Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Familien dürfen nicht davon abhängig sein, ob sie in einer Großstadt oder im ländlichen Raum leben“, so Kupke weiter.

Aktuell zeige sich die Entwicklung besonders deutlich am Beispiel Kamenz: Trotz früherer öffentlicher Zusagen soll die Geburtsklinik im St.-Johannes-Krankenhaus bereits Ende Mai schließen. Für viele Familien in der Oberlausitz bedeutet das künftig noch längere Wege zur Geburtshilfe.

Kritisch sei zudem, dass die Staatsregierung keine eigene aktive Strategie zum Erhalt wohnortnaher Geburtshilfe erkennen lasse und die Verantwortung weitgehend auf die Kassenärztliche Vereinigung verweise.

„Die Schließung in Kamenz ist ein weiteres Warnsignal für den Zustand der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum. Sachsen braucht endlich ein tragfähiges Konzept, um Geburtshilfe und frauenärztliche Versorgung langfristig in allen Regionen zu sichern. Wer gleichwertige Lebensverhältnisse verspricht, darf die medizinische Versorgung im ländlichen Raum nicht weiter ausdünnen.“

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