Das Selbstverständnis Deutschlands als eine der weltweit führenden Sportnationen ist gehörig ins Wanken geraten. Wir Deutschen sind international schon seit geraumer Zeit immer weniger konkurrenzfähig, wovon der Medaillenspiegel der Olympischen Spiele regelmäßig zeugt. Das jetzt vom Bundestag beschlossene Sportfördergesetz ist deshalb ein überfälliger Schritt in die richtige Richtung.

Ralf Böhme, sportpolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag: „Dass die wichtigsten Entscheidungen im Leistungssport künftig von einer unabhängigen Spitzensportagentur getroffen werden, begrüßen wir ausdrücklich. Dass der Sitz der Sportagentur in Sachsen sein wird, haben wir von Anfang an befürwortet. Es trägt den Traditionen, Strukturen und Kompetenzen des Spitzensports in unserer Heimat Rechnung.“

Eines der Hauptanliegen des neuen Sportfördergesetzes ist die Beseitigung des Förderdickichts zugunsten der zentralen Vergabe der Steuergelder durch ein Fachgremium. Für den Sport, der damit bei der Finanzierung nur noch einen Ansprechpartner hat, bedeutet das mehr Transparenz und weniger Bürokratie. Die Chancen für Olympia für 2036, 2040 oder 2044 sind intakt und spätestens dann sollten wieder deutlich mehr Spitzenathletinnen und -athleten aus Deutschland um Medaillen kämpfen.

Ralf Böhme: „Unser Anspruch kann es nur sein, wieder zur Weltspitze aufzuschließen. Deshalb muss auch die Sportagentur möglichst schnell an den Start gehen.“

Und eines ist sowieso klar: „Ohne eine angemessene und verlässliche Finanzierung des Leistungs- wie des Breitensports“, so Ralf Böhme, „darunter für die faire Bezahlung der Trainer sowie die Errichtung beziehungsweise Instandhaltung moderner Sportstätten, wird auch die Agentur wenig ausrichten können. Das BSW nimmt deshalb nichts von seinen Forderungen in dieser Hinsicht zurück.“