Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Fast 40 Prozent der Zahnärztinnen und Zahnärzte in Sachsen sind inzwischen über 60 Jahre alt – in manchen Regionen sogar mehr als die Hälfte. Schon heute hören wir von Patientinnen und Patienten, dass sie monatelang auf Termine warten müssen oder lange Wege in Kauf nehmen.

Und bis 2035, das haben uns Kammer und KZV (Kassenzahnärztliche Vereinigung) in der Anhörung unmissverständlich bestätigt, werden uns rund 700 Zahnärztinnen und Zahnärzte fehlen. Diese Entwicklung trifft vor allem jene Regionen, in denen Menschen ohnehin das Gefühl haben, zunehmend abgehängt zu werden: im Vogtland, im Erzgebirge und in der Lausitz.

Genau deshalb unterstützen wir als BSW-Fraktion dieses Gesetz. Denn für uns ist klar: Gesundheitsversorgung darf keine Frage der Postleitzahl sein. Und dieses Gesetz schafft hierfür ein wichtiges Instrument – eine gezielte Steuerung von Studienplätzen dorthin, wo die Versorgung am dringendsten gebraucht wird.

Gleichzeitig sagen wir aber auch klar: Dieses Gesetz allein reicht nicht aus, um die Herausforderungen der kommenden Jahre zu bewältigen. Die Sachverständigen haben drei Dinge sehr deutlich benannt.

Erstens: Die Kapazitäten im Zahnmedizinstudium sind schlicht zu gering.

Zweitens: Eine bloße Umverteilung schafft keine zusätzlichen Nachwuchskräfte.

Drittens: Die Zahl der Ruheständler wird die Zahl der Nachrückenden auf Jahre hinaus übersteigen.

Die Landzahnarztquote ist also ein sinnvoller Baustein – aber nicht der Bauplan für die gesamte Brücke, die wir bauen müssen.

„..mit diesem Gesetz stärken wir die Versorgungssicherheit im Freistaat. Es ist nicht perfekt, aber notwendig. Wir verbinden Verantwortung mit Chancen, koppeln Studienplätze an gesellschaftlichen Mehrwert und stärken die ländlichen Regionen Sachsens.

Als BSW-Fraktion sagen wir deshalb: Ja, wir tragen dieses Gesetz mit.

Aber wir erwarten, dass der Freistaat die nächsten Schritte ebenso entschlossen geht: Mehr Studienplätze. Mehr Anreize. Mehr soziale Gerechtigkeit.“

„Gesundheitsversorgung ist kein Luxus. Sie ist Daseinsvorsorge. Und sie darf nicht davon abhängen, wo man lebt.“

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