BSW: Waldbrand in der Gohrischheide zeigt erneut die Versäumnisse beim Bevölkerungsschutz in Sachsen
Der erneute Waldbrand in der Gohrischheide macht deutlich, wie gefährlich und anspruchsvoll Einsätze auf munitionsbelasteten Flächen sind. Während sich das Feuer weiter ausbreitet, kämpfen zahlreiche Einsatzkräfte unter schwierigsten Bedingungen gegen die Flammen. Dass für den Einsatz ein geschütztes Löschfahrzeug angefordert werden musste, ist aus Sicht des BSW richtig – zeigt aber zugleich ein gravierendes Defizit im sächsischen Bevölkerungsschutz.
Dazu erklärt Jens Hentschel-Thöricht, Sprecher für Brandschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz der BSW-Fraktion:
„Mein ausdrücklicher Dank gilt allen Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden sowie den Kräften der Hilfsorganisationen, die unter großer persönlicher Gefahr im Einsatz stehen. Gerade auf munitionsbelasteten Flächen leisten sie Außergewöhnliches und verdienen nicht nur unseren Respekt, sondern auch die bestmögliche Ausrüstung.
Dass nun geschützte Löschtechnik angefordert wurde, ist die einzig richtige Entscheidung. Gleichzeitig offenbart dieser Einsatz erneut ein strukturelles Problem: Sachsen verfügt selbst nicht über ausreichend geschützte Spezialtechnik für Einsätze auf munitionsbelasteten Flächen. Im Ernstfall auf Unterstützung von außen angewiesen zu sein, kostet wertvolle Zeit. Am Ende liegt die Verantwortung wieder bei den ehrenamtlichen Führungskräften, Einsatzkräfte mit herkömmlichen Feuerwehrfahrzeugen im Gefahrenbereich einzusetzen, um die Zeit bis zum Eintreffen der notwendigen Technik zu überbrücken.“
Die BSW-Fraktion hat bereits mehrfach gefordert, die Fähigkeiten des Freistaates für solche Hochrisikolagen deutlich auszubauen. Dazu gehören insbesondere die Beschaffung eigener geschützter Löschfahrzeuge sowie ein langfristiges Konzept für den Brandschutz auf ehemaligen Truppenübungsplätzen und munitionsbelasteten Gebieten.
„Spätestens nach den schweren Waldbränden der vergangenen Jahre hätte jedem klar sein müssen, dass diese Einsätze keine Ausnahme mehr sind. Klimatische Veränderungen und die besonderen Gegebenheiten ehemaliger Militärflächen machen solche Lagen leider wahrscheinlicher. Daraus müssen endlich Konsequenzen gezogen werden.“
Hentschel-Thöricht fordert die Staatsregierung auf, die Lehren aus den vergangenen Bränden endlich umzusetzen und den Bevölkerungsschutz konsequent zu stärken.
„Unsere Einsatzkräfte brauchen keine Sonntagsreden, sondern moderne Technik, ausreichende Ausstattung und verlässliche Unterstützung. Sicherheit darf nicht davon abhängen, ob Spezialfahrzeuge erst angefordert werden müssen. Sachsen muss selbst in der Lage sein, auf solche Großschadenslagen schnell und eigenständig zu reagieren. Hier müssen die Kommunen vor Ort in den bekannten Risikogebieten durch den Freistaat bei der Beschaffung entsprechender Technik stärker unterstützt werden.“


