Wieder erfahren Parlamentarier aus der sächsischen Presse, dass Kultusminister Clemens verkündet hat, im nächsten Schuljahr noch mehr Lehrkräfte abzuordnen, um den Unterrichtsausfall weiter zu stoppen, diese Maßnahmen aber früher als im Vorjahr kommunizieren zu wollen. 5300 Abordnungen gab es bereits im laufenden Schuljahr, von denen die Lehrkräfte in der Vorbereitungswoche erfuhren. Diese Abordnungen nützten hauptsächlich Oberschulen. Sogenannte „Geberschulen“, vor allem Grundschulen und Gymnasien, beklagen hingegen sogar gestiegenen Unterrichtsausfall.

Lars Wurzler kommentiert als bildungspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion: „Von weiterem Stoppen des Unterrichtsausfalls kann keine Rede sein – statistische Durchschnittswerte werden als Erfolg gepriesen, der eine Mogelpackung ist. Früher kommunizieren? Das Schuljahr neigt sich bereits seinem Ende zu, die Kollegien erfahren mitten in diesen letzten Schuljahreswochen mit ihren besonderen Belastungen auch aus der Presse von solchen Plänen, die noch nicht einmal konkret sind. Wann also bekommen Schulen, wann die einzelne Lehrkraft Planungssicherheit?“

Noch gravierender aber, wenn noch mehr Lehrkräfte wieder vor für sie neue Klassen gestellt werden und in vielen Fällen sogar in Schularten tätig werden, für die sie nicht ausgebildet sind; wenn Lehrkräfte einer Schule nicht mehr als Team sondern als Gruppe von Einzelkämpfern immer mehr Aufgaben erfüllen sollen, wie kann damit noch Bildungsqualität erreicht werden? Wurzler weiter: „Es stellt sich die Frage, wie lange das Kultusministerium noch auf Verschleiß fahren, sein wertvollstes Gut, nämlich die Lehrkräfte, wie Schachfiguren verschieben will, Hauptsache, im Schulflur herrscht Ruhe, weil vor jeder Schülergruppe eine Lehrkraft steht, um dieses Agieren salopp auf den Punkt zu bringen.“

Dass die von Kultusminister aufgemachte Rechnung nicht aufgehen wird, ist vorprogrammiert. Noch mehr Frust, Berufsunzufriedenheit, mehr Ausfall durch Langzeitkranke, schließlich doch zu viel Unterrichtsausfall und sinkende Qualität werden die Folge sein. Wie lange kann sich der Freistaat das noch leisten? Wurzlers Fazit: „Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht – ein Sprichwort aus einer Sammlung des 13. Jahrhunderts, dem man sogar biblischen Ursprung nachsagt, drückt bildhaft aus, was zu verhindern ist!“