Doreen Voigt bekräftigte in ihrer Rede im Sächsischen Landtag am gestrigen Abend ihre Forderung nach einem KiTa-Gipfel, um Finanzierung und Qualität der frühkindlichen Bildung in Sachsen grundlegend neu auszurichten.

„Gute frühkindliche Bildung ist kein Luxus, sondern die Grundlage für Chancengleichheit“, erklärt Doreen Voigt. Bereits im Juni vergangenen Jahres hatte sie einen entsprechenden Antrag eingebracht. Dass das Thema inzwischen auch in der Staatsregierung angekommen ist und am 6. Mai ein KiTa-Kongress stattfinden soll, ist für sie ein Schritt in die richtige Richtung.

Zugleich kritisiert die Abgeordnete, dass notwendige Reformen zu lange aufgeschoben wurden. Schon im Sommer 2024 sei absehbar gewesen, dass sinkende Kinderzahlen das System vor neue Herausforderungen stellen. Statt einer langfristigen Strategie habe die Staatsregierung jedoch nur mit einem unzureichenden KiTa-Moratorium reagiert. „Unser KiTa-System läuft längst auf Verschleiß. Die Probleme sind bekannt, werden aber nicht konsequent genug angegangen.“

Aus Sicht von Doreen Voigt leisten Kindertageseinrichtungen heute weit mehr als reine Betreuung. Sie fördern Kinder, leisten Integrationsarbeit und gleichen soziale Unterschiede aus. Gleichzeitig orientiere sich die Finanzierung noch immer an starren Zahlen statt an den tatsächlichen Bedarfen vor Ort. Ausfallzeiten durch Urlaub, Krankheit, Weiterbildung oder Leitungsaufgaben würden bislang nicht ausreichend berücksichtigt.

Der angekündigte KiTa-Kongress dürfe deshalb keine bloße Symbolveranstaltung bleiben. Notwendig sei ein echter Reformauftakt, an dem Fachkräfte, Träger, Kommunen, Politik, Gewerkschaften, Wissenschaft, Wirtschaft und Eltern gleichberechtigt beteiligt werden.

Besonders kritisch sieht Voigt das derzeitige Finanzierungsmodell der Subjektfinanzierung. Dieses führe insbesondere in ländlichen Regionen dazu, dass KiTa-Standorte unter Druck geraten und als wichtige Standortfaktoren verloren gehen. Deshalb müsse auch über alternative Modelle wie eine Objekt- oder Mischfinanzierung gesprochen werden.

Für Doreen Voigt ist klar: Sinkende Kinderzahlen dürfen nicht zu Kürzungen führen, sondern müssen genutzt werden, um den Betreuungsschlüssel zu verbessern und die Qualität in den Einrichtungen zu stärken.

Hintergrund:
Antrag der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag: „KiTa-Gipfel“, Drucksache 8/2897.