Laut Medienberichten plant Kultusminister Conrad Clemens bis zum Jahr 2040 rund 4.800 Lehrerstellen zu streichen, um den Personalschlüssel an den prognostizierten Bevölkerungsrückgang anzupassen.

Lars Wurzler, bildungspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag, zeigt sich besorgt: „Von wegen aus Fehlern lernen – statt die bekannten Probleme wie Lehrermangel, Unterrichtsausfall und Überlastung endlich konsequent anzugehen, werden neue Unsicherheiten geschaffen. Wir wissen doch, was Personalabbau bedeutet, nämlich massiver Lehrermangel, Unterrichtsausfall und überlastete Schulen. Statt mehr in Bildung zu investieren, werden nun erneut Kürzungen vorbereitet. Ich bin fassungslos.“

Lars Wurzler kritisiert zudem, dass die Koalition offenbar beabsichtigt, das Verhältnis von Lehrkräften zur Einwohnerzahl starr fortzuschreiben anstatt an den tatsächlichen Bedarfen von Schulen auszurichten: „Wer wie Minister Clemens Schulen primär nach Kassenlage und demografischen Kennziffern organisiert, verwechselt Bildungspolitik mit betriebswirtschaftlicher Steuerung – ein Ansatz, der besser in die Welt großer Unternehmensberatungen passt. Die Sparpläne schaffen zudem neue Unsicherheit bei Lehrkräften, Eltern, Schülern und angehenden Pädagoginnen und Pädagogen. Kleinere Klassen, individuelle Förderung und eine bessere Unterrichtsversorgung müssen das Ziel sein und nicht Stellenkürzungen.“

Der Abgeordnete verweist zudem auf scheinbar kurze Dienstwege zwischen Finanz- und Kultusministerium: „Es ist eine ungünstige Kombination, wenn ausgerechnet ein ehemaliger Kultusminister heute im Finanzressort über Kürzungen im Bildungsbereich mitentscheidet und gemeinsam mit dem amtierenden Kultusminister solche Pläne vorantreibt. Dass beide mehr oder weniger Tür an Tür im selben Gebäude sitzen, scheint eher kurze Wege für Sparvorgaben als für bildungspolitische Vernunft zu bedeuten.“

Der Bildungspolitiker fordert die Staatsregierung auf, die Planungen umgehend offenzulegen und eine Bedarfsanalyse vorzulegen, die sich an der Qualität von Bildung orientiert und nicht an mittelfristigen Sparzielen. „Wir brauchen endlich eine klare Prioritätensetzung: bessere Unterrichtsversorgung, Entlastung der Lehrkräfte und Erhalt von Schulstandorten insbesondere im ländlichen Raum statt schleichendem Personalabbau.“

Zudem müssten vor solchen ernsthaften Entscheidungen die Betroffenen angehört werden, wie beispielsweise Lehrerverbände, Gewerkschaften und Elternvertretungen.