High-Tech für Sachsens Gesundheit: BSW-Fraktion fordert KI-gestützte Patientenplattform „DiPaSax“
Angesichts unbesetzter Hausarztstellen, langer Wartezeiten und überfüllter Notaufnahmen schlägt die BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag eine zukunftsweisende Initiative für die Gesundheitsversorgung vor.
Mit dem Antrag (Drs. 8/7810) für eine „Digitale Patientenplattform Sachsen (DiPaSax)“ fordert die Fraktion die Staatsregierung auf, eine zentrale, KI-gestützte Plattform zu entwickeln, die bestehende Systeme wie die elektronische Patientenakte (ePA) und das E-Rezept alltagsnah verknüpft, Patientinnen und Patienten verlässlich durch das Gesundheitssystem lotst und medizinische Fachkräfte spürbar entlastet.
Besondere Herausforderungen bestehen im ländlichen Raum und im Zuge des demografischen Wandels. Viele ältere und chronisch kranke Menschen leben allein und stoßen bei der Orientierung im Gesundheitssystem an Grenzen. Bisherige digitale Angebote scheitern oft an technischer Komplexität, Unübersichtlichkeit und fehlender Vernetzung. Da zudem die bisherige sächsische Förderrichtlinie „eHealthSax“ Ende 2025 ausgelaufen ist, braucht es nun eine nachhaltige und praxistaugliche Gesamtstrategie.
Dazu erklärt Ronny Kupke, Fraktionsvorsitzender und gesundheits- und pflegepolitischer Sprecher:
„Künstliche Intelligenz kann und darf Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen, aber sie kann den Alltag von Patientinnen und Patienten und Angehörigen enorm erleichtern. Wenn medizinische Befunde verständlich in Alltagssprache übersetzt werden, die App an die Medikamenteneinnahme erinnert und eine smarte Ersteinschätzung Notaufnahmen vor unnötigen Überlastungen bewahrt, gewinnen alle. Gleichzeitig dürfen wir ältere und digital weniger erfahrene Menschen nicht abhängen. Echte Digitalisierung funktioniert nur, wenn sie barrierefrei ist und durch persönliche Unterstützung vor Ort ergänzt wird.“
Der Antrag sieht vor, dass die Staatsregierung gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung, der Ärztekammer, den Krankenhäusern und den Pflegekassen die Gesamtstrategie „DiPaSax“ ausarbeitet. Kernstück soll eine senioren- und barrierefreie App sein, die ePA-Daten verständlich darstellt, Symptomtagebücher ermöglicht und als digitaler Lotse fungiert, der Beschwerden einordnet und an die passende Stelle, etwa Hausarzt, Bereitschaftsdienst (116117) oder Notaufnahme, verweist. Um die Anwendung praxisnah zu erproben, sollen Modellprojekte in ländlichen Regionen gestartet werden. Dort sollen ergänzend persönliche „Gesundheitslotsen Sachsen“ zum Einsatz kommen, die Betroffene vor Ort bei der Nutzung digitaler Angebote unterstützen, Kontakte zu Praxen und Pflegeinrichtungen vermitteln und der Vereinsamung älterer Menschen entgegenwirken. Strikter Datenschutz und die ausschließliche Verantwortung der Ärztinnen und Ärzte für Diagnosen und Therapien bleiben dabei garantiert.


