Die Entscheidung von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (CDU), den geplanten Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) in Leipzig zu stoppen, stößt auf scharfe Kritik der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag. Täglich kommen rund 1.500 neue Werke hinzu – der Bibliothek droht bereits in wenigen Jahren der Platz auszugehen.

Dazu erklärt Dr. Ingolf Huhn, kulturpolitischer Sprecher der BSW-Landtagsfraktion:

„In den letzten sechs Jahrhunderten ist das gedruckte Buch die Basis unserer Kultur. Wer das leichtfertig aufs Spiel setzt, sollte sich mit Kulturverwaltung nicht beschäftigen. Mit seiner Entscheidung gefährdet der Kulturstaatsminister das kulturelle Gedächtnis unserer Nation. Die Behauptung, gedruckte Werke seien nicht mehr zeitgemäß, ist realitätsfern. Die gesetzliche Ablieferungspflicht gilt für gedruckte wie digitale Medien gleichermaßen. Selbst der geplante Neubau würde nur für etwa 35 Jahre reichen. Ein Land, das sein gedrucktes Erbe nicht mehr bewahren will, gibt einen Teil seiner Seele auf.“

Eric Recke, infrastrukturpolitischer Sprecher der BSW-Landtagsfraktion, ergänzt:

„Wer jetzt den Erweiterungsbau stoppt, handelt nicht etwa sparsam, sondern fahrlässig. In wenigen Jahren stehen wir vor denselben Problemen – nur dass dann alles teurer wird. Die Bundesregierung darf ihre Haushaltsprobleme nicht auf dem Rücken des kulturellen Erbes austragen. Der Baustopp muss revidiert werden. Leipzig als traditionsreicher Buch- und Verlagsstandort verdient eine Nationalbibliothek, die ihren Aufgaben gewachsen ist.“

Die BSW-Fraktion unterstützt die Forderungen des Sächsischen Kulturministeriums und des Bibliotheksverbandes Sachsen nach einer Fortsetzung des Bauvorhabens.