Die Zahl gemeldeter Ausbrüche von Krankenhausinfektionen in Sachsen hat sich in den vergangenen Jahren mehr als verdreifacht. Das geht aus der Antwort der Staatsregierung auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Ronny Kupke, gesundheitspolitischer Sprecher und Vorsitzender der BSW-Landtagsfraktion Sachsen, hervor (Drs. 8/6469).

Während im Jahr 2020 noch 36 nosokomiale Ausbrüche registriert wurden, waren es im Jahr 2025 bereits 125. Besonders häufig betroffen waren zuletzt Noroviren (57 Ausbrüche), SARS-CoV-2 (31) und Influenza (28). Gleichzeitig nahm auch die Zahl festgestellter Hygienemängel bei Kontrollen medizinischer Einrichtungen zu: von null Fällen im Jahr 2020 auf 16 Fälle im Jahr 2025.

Besonders alarmierend ist jedoch ein anderer Befund: Sachsen verfügt weiterhin über keine vollständige Datengrundlage zu Krankenhausinfektionen. Erfasst werden auf Landesebene lediglich Ausbrüche mit mehreren zusammenhängenden Fällen. Einzelne nosokomiale Infektionen werden hingegen nicht zentral dokumentiert – und bleiben damit statistisch unsichtbar.

Auch bei der Hygieneüberwachung bestehen erhebliche Defizite. Die Staatsregierung räumt selbst ein, dass keine standardisierte Statistik zu Hygienemängeln und daraus resultierenden Maßnahmen existiert. Die vorliegenden Zahlen beruhen auf uneinheitlichen Rückmeldungen der Gesundheitsämter und erheben ausdrücklich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Dazu erklärt Ronny Kupke:

„Krankenhausinfektionen sind kein Randthema, sondern eine zentrale Frage der Patientensicherheit. Es kann nicht sein, dass wir im Jahr 2026 keine klare Übersicht über das tatsächliche Infektionsgeschehen und die Hygienestandards in unseren medizinischen Einrichtungen haben. Wer Probleme nicht vollständig erfasst, kann sie auch nicht wirksam bekämpfen. Sachsen braucht endlich mehr Transparenz und einheitliche Standards bei Erfassung und Kontrolle.“