Die massiven Ausschreitungen rund um das Spiel von Dynamo Dresden gegen Hertha BSC zeigen erneut, dass Teile der Fanszene bewusst eskalieren und Gewalt in Kauf nehmen. Die eingeleiteten Ermittlungsverfahren durch Polizei und Deutscher Fußball-Bund sind notwendig – sie dürfen aber nicht das einzige Signal bleiben.

Dazu erklärt Bernd Rudolph, innenpolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag: „Was wir in Dresden erlebt haben, ist keine Fankultur, sondern organisierte Gewalt. Wer so handelt, verlässt den Boden unseres Rechtsstaats.“

Mit Blick auf den Umgang mit gewaltbereiten Ultra-Strukturen stellt Rudolph klar: „Es entsteht erneut der Eindruck, dass man sich mit problematischen Teilen der Fanszene arrangiert hat. Genau hier braucht es endlich eine klare und dauerhafte Abgrenzung. Wegschauen oder Beschwichtigen verschärft das Problem.“

Die Folgen der Eskalation treffen vor allem Polizei und Öffentlichkeit: „Hunderte Einsatzkräfte, Unterstützung aus anderen Bundesländern, erhebliche Kosten – und das alles, um Situationen zu beherrschen, die vermeidbar wären. Das kann auf Dauer nicht der Normalzustand sein.“

Rudolph fordert daher spürbare Konsequenzen und ein Umdenken bei den Vereinen: „Konsequente Stadionverbote, klare Auflagen und ein entschiedenes Vorgehen gegen gewaltbereite Gruppen müssen selbstverständlich werden. Vereine stehen hier in der Verantwortung – und sie müssen dieser auch gerecht werden.“

Zur Frage der Kosten stellt Rudolph klar: „Eine finanzielle Beteiligung der Vereine ist in Sachsen bislang kein Thema. Das sollte auch nicht der erste Schritt sein. Aber angesichts solcher Entwicklungen darf selbst diese Debatte kein Tabu mehr sein, wenn andere Maßnahmen nicht greifen.“

Abschließend betont Rudolph: „Die große Mehrheit der Fans will friedlichen Fußball. Sie hat ein Recht darauf, dass der Staat konsequent handelt – und dass Vereine alles dafür tun, Gewalt aus ihren Reihen zu verdrängen. Null Toleranz gegenüber Gewalt muss endlich Realität werden.“