Oberschule+, die Schule der Zukunft, auch für Sachsen?!
Die Oberschule Pockau-Lengefeld macht sich seit einiger Zeit auf diesen Weg. Zum Schuljahr 2027/2028 will sie eine „Oberschule plus“ sein, erklärte ihr Schulleiter Mathias Meyer.
Das sächsische Kultusministerium (SMK) gestattet „längeres gemeinsames Lernen“ als besonderes pädagogisches Profil in einer solchen Schulform, bestehend aus einer Oberschule mit verbundener Grundschule. Schülerinnen und Schüler lernen von Klasse 1 bis 9 bzw. 10 gemeinsam und erwerben den Abschluss der Oberschule. Eigens für die Gründung solcher Schulen hat das SMK bereits am 07. Juli 2021 einen „Leitfaden“ herausgegeben. Mehr als fünf Jahre später ist die Oberschule Pockau-Lengefeld immer noch ein Vorreiter auf diesem Weg. Noch nicht einmal fünf solcher Schulen hat Sachsen bislang, darunter zum Beispiel die „Freie Keulenbergschule – evangelische Oberschule+ Großnaundorf“ oder die freie Schule „SCHKOLA Gersdorf“. Das verwundert wenig, zumal allein die „Checkliste zur Vorlage von Antragsunterlagen“ zehn Punkte enthält. Die bürokratischen Hürden sind also nicht unerheblich.
Der bildungspolitische Sprecher der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag, Lars Wurzler, fuhr nach Pockau-Lengefeld und besuchte die Schule, die als staatliche Schule das komplexe Antragsverfahren mit vielen Beteiligten nicht scheute. Gemeinsam mit Schulleiter Meyer ist Wurzler überzeugt davon, dass diese Schulform die Zukunft des sächsischen Schulsystems maßgeblich mitbestimmen sollte und sich die derzeitige Mühe daher lohnen wird. Warum?
„Länger gemeinsam lernen – schon dieser pädagogische Ansatz entspricht dem von Sachsen erklärten Ziel einer inklusiven Schulpolitik viel mehr als die weit verbreitete Praxis einer frühen Trennung von Bildungswegen“, so Wurzler. „Lernen in heterogenen Gruppen fördert die soziale Kompetenz. Frühe Bildungsentscheidungen und damit einhergehender zu hoher Leistungsdruck in frühen Klassenstufen könnten vermieden werden, was die Teilhabe benachteiligter Schüler und damit Chancengerechtigkeit stärkt. Zugleich müssen jedoch Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit individuelles Fördern und Fordern Hand in Hand gehen und sich auch leistungsstarke Schülerinnen und Schüler in dieser Schulform gut weiterentwickeln.“
Schulorganisatorisch bietet eine „Oberschule plus“ außerdem einen gravierenden Vorteil: Sie wird höchstens zweizügig geführt, sogar nur eine Klasse je Jahrgang ist zulässig. Damit können Grund- und Oberschulen insbesondere auf dem Land auch beim prognostizierten Rückgang der Kinderzahlen länger erhalten bleiben. Wohnortnahes Lernen bleibt somit für die Kinder möglich und für deren Eltern wird das Leben ebenso leichter. Wurzler merkt an: „Vielleicht kann hiervon auch ein Impuls für mehr Kinder in Sachsen ausgehen?“
Der Bildungspolitiker Lars Wurzler und der Schulleiter Mathias Meyer sind sich darin einig, dass viel mehr staatliche sächsische Schulen den Weg zur „Oberschule plus“ beschreiten sollten. Die BSW-Landtagsfraktion Sachsen wird sich für Vereinfachungen auf diesem lohnenden Weg einsetzen.


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