PISA-Ergebnisse zeigen: Bildungsgerechtigkeit muss früher beginnen
Lars Wurzler, bildungspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt zu den neuen PISA-Ergebnissen:
„Die neuen PISA-Ergebnisse sind ein Weckruf. Die Leistungen deutscher Schülerinnen und Schüler sind weiter zurückgegangen. Gleichzeitig hängt der Bildungserfolg noch immer viel zu stark vom Elternhaus ab. Dabei kennen wir die Probleme seit Jahren. Seit mehr als zwei Jahrzehnten gibt es PISA-Studien und immer wieder werden dieselben Defizite festgestellt. Offensichtlich hat die Bildungspolitik daraus nicht die notwendigen Konsequenzen gezogen. Es fehlt an Lehrkräften, an pädagogischem Personal und an einer konsequenten Strategie gegen soziale Bildungsungleichheit.“
Wurzler weiter:
„Wer soziale Unterschiede abbauen will, muss früher ansetzen. Bildungsgerechtigkeit beginnt nicht erst mit der Einschulung, sondern bereits in der Kita. Wir brauchen gut ausgestattete Kindertageseinrichtungen, ausreichend Erzieherinnen und Erzieher und eine verlässliche frühkindliche Sprach- und Bildungsförderung. In der Schule müssen wir endlich aufhören, Kinder möglichst früh auszusortieren. Längeres gemeinsames Lernen, kleinere Klassen und mehr Lehrerinnen und Lehrer sind aus unserer Sicht der richtige Weg. Dazu gehört eine starke Schulsozialarbeit, die Kinder und Jugendliche unterstützt und gleichzeitig die Lehrkräfte entlastet.“
Laut Wurzler müsse außerdem wieder stärker auf praktischen und lebensnahen Unterricht gesetzt werden. Handwerk, Technik, Experimente und Projekte könnten bei den Kindern und Jugendlichen neue Interessen wecken, Fähigkeiten sichtbar machen und neue Perspektiven eröffnen.
„Und wir müssen ehrlich über politische Prioritäten sprechen. Milliarden für Rüstung, aber fehlende Lehrer und marode Schulen, das sind die falschen Prioritäten. Jeder Euro, den wir in Kitas, Schulen und Bildung investieren, ist eine Investition in die Zukunft. Davon profitieren unsere Kinder und letztlich die ganze Gesellschaft.“
Gerade Kinder aus Familien mit weniger finanziellen und sozialen Möglichkeiten dürften nicht von Anfang an schlechtere Chancen haben. Bildungspolitik müsse soziale Nachteile ausgleichen statt sie durch das Schulsystem weiter zu verstärken.
„PISA zeigt deshalb vor allem eines: Wir brauchen keinen weiteren Aufschub, sondern einen echten Kurswechsel. Mehr Geld für Bildung, mehr Personal und mehr Chancengleichheit und das von Anfang an.“



