Am Donnerstag, dem 21. August 2025, wird Virologe Prof. Dr. Christian Drosten ein weiteres Mal im 1. Corona-Untersuchungsausschuss des Sächsischen Landtags als Sachverständiger angehört. Die Landtagsabgeordneten Ines Biebrach und Jens Hentschel-Thöricht (beide Bündnis Sahra Wagenknecht, BSW) kündigen an, die Gelegenheit zu nutzen, um offene Fragen zu klären und auf bestehende Widersprüche aus der letzten Anhörung einzugehen.

„Wir haben zahlreiche Hinweise aus dem Unterstützernetzwerk erhalten und sehen in mehreren Punkten Nachfragen geboten. Gerade weil Prof. Drosten eine zentrale Rolle in der Beratung der Politik spielte, ist Transparenz entscheidend“, erklärt Ines Biebrach. „Es geht um die Frage, ob wissenschaftliche Grundlagen korrekt dargestellt wurden und ob die Politik sich auf eine tragfähige Basis stützte.“

Besonderes Augenmerk wollen die Abgeordneten auf folgende Themen legen:

  • Widersprüche zu bisherigen Aussagen: Inwiefern stimmen die Angaben von Prof. Drosten mit bekannten Dokumenten und Veröffentlichungen überein?
  • Rolle im Bund-Länder-Gefüge: Welche Bedeutung hatten seine Einschätzungen für Entscheidungen der Bundesregierung und der sächsischen Staatsregierung?
  • Umgang mit kritischen Hypothesen: Wie wurden alternative wissenschaftliche Sichtweisen, etwa zur Herkunft des Virus oder zur Verhältnismäßigkeit bestimmter Maßnahmen, behandelt?
  • Folgen für Sachsen: Welche konkreten Auswirkungen hatten die Empfehlungen auf die Politik im Freistaat, insbesondere für Kinder, Jugendliche und regionale Einrichtungen?

„Wir wollen sachlich, aber kritisch nachhaken“, sagt Jens Hentschel-Thöricht. „Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht eine schonungslose Aufklärung. Wenn es Unklarheiten oder Fehlannahmen gab, müssen diese benannt werden – nicht zuletzt, um für die Zukunft zu lernen.“

Biebrach und Hentschel-Thöricht betonen, dass der Untersuchungsausschuss keine Formalie ist, sondern echte Verantwortung klären soll. „Nur wenn wir ehrlich und vollständig aufarbeiten, welche wissenschaftlichen Annahmen tragfähig waren und wo Fehler gemacht wurden, können wir verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen“, so die beiden Abgeordneten.

Die öffentliche Anhörung von Prof. Christian Drosten im 1. Untersuchungsausschuss „Untersuchung der Krisenpolitik der Staatsregierung im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 und COVID-19“ findet am Donnerstag, 21. August 2025, ab ca. 10 Uhr im Plenarsaal des Sächsischen Landtages in Dresden statt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Medienvertreter sind herzlich eingeladen, die Befragung zu verfolgen.