Rankings ersetzen keine gute Schule – Lehrkräftemangel und Bildungsarmut endlich ernst nehmen
Lars Wurzler, bildungspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt zum heute vorgestellten Bildungsmonitor 2026:
„Der heute vorgestellte Bildungsmonitor 2026 zeigt erneut große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Doch bei aller Freude über die sehr gute Platzierung des Freistaates Sachsen darf eines nicht übersehen werden: Hinter den Rankings stehen reale Probleme, die nicht ignoriert werden dürfen.
Ein gutes Ranking ist schön, aber wir alle wissen: Vom Wiegen wird die Sau nicht fetter. Entscheidend ist doch, ob Kinder und Jugendliche tatsächlich gute Bildung bekommen, ob genügend Lehrerinnen und Lehrer vor der Klasse stehen und ob die soziale Herkunft über den Bildungserfolg entscheidet. Genau da haben wir in Deutschland weiterhin ein massives Problem. Bildung muss Kindern und Jugendlichen unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern echte Aufstiegschancen eröffnen. Dass ein erheblicher Teil der jungen Menschen ohne Bildungsabschluss bleibt, ist deshalb kein Randproblem, sondern ein Alarmsignal.
Wir sollten uns davor hüten, Bildung nur danach zu beurteilen, welchen Platz ein Bundesland in einer Tabelle erreicht. Entscheidend ist, was im Alltag an den Schulen passiert. Lehrerinnen und Lehrer arbeiten vielerorts am Limit, Klassen sind zu groß, Förderangebote fehlen und der Unterrichtsausfall ist für viele Familien längst Alltag. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Schulen, immer mehr gesellschaftliche Probleme aufzufangen.“
Aus Sicht der BSW-Fraktion brauche es deshalb einen Kurswechsel. Statt Fokus auf neue Rankings, Modellprojekte und kurzfristige Programme braucht es dauerhaft multiprofessionelle Teams, kleinere Klassen, verlässliche Ganztagsangebote und eine bessere Ausstattung der Schulen.
Wurzler:
„Wir brauchen endlich eine Bildungspolitik, die sich an den Kindern und Beschäftigten orientiert und nicht an schönen Schlagzeilen. Wer soziale Ungleichheit ernsthaft bekämpfen will, muss dort investieren, wo sie entsteht, nämlich bei der frühkindlichen Bildung, in Schulen in Brennpunkten und bei der Unterstützung von Kindern aus einkommensarmen Familien.
Nicht alles, was glänzt, ist Gold. Ein guter Platz im Bildungsranking nützt wenig, wenn vor Ort Lehrer fehlen und Kinder nicht die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Gute Bildung ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit und genau daran muss sich auch die sächsische Bildungspolitik messen lassen.“



