Regionalentwicklung als Motor für Zukunft – Stärkung ländlicher Räume im Erzgebirgskreis
Der Sprecher für Regionalentwicklung der BSW‑Fraktion Sachsen, Ulf Lange, startet diese Woche eine viertägige regionalpolitische Tour durch den Erzgebirgskreis. Ziel ist es, klare Impulse für die Bedeutung nachhaltiger Regionalentwicklung zu setzen – gerade im ländlichen Raum, wo strukturelle Herausforderungen wie Fachkräftemangel, demografischer Wandel und Transformationsdruck besonders spürbar sind.
Die Tour führt zu innovativen Akteurinnen und Akteuren, die zeigen, wie Wirtschaft, Technologie, Tradition und Wissen vor Ort verknüpft werden können:
Montag, 9. Februar – Buntspeicher Zwönitz
Der historische Speicher in Zwönitz wurde von einem Industriegebäude zu einem Gründer‑ und Innovationszentrum umgebaut. Heute bietet der Buntspeicher Raum für Start‑ups, flexible Arbeitsplätze, Makerspace‑Werkstätten und Coworking‑Flächen – ein zentraler Baustein für Wissens‑ und Technologietransfer im ländlichen Raum. Hier entstehen neue Arbeitsformen und Netzwerke, die helfen, junge Fachkräfte zu halten und kleine Unternehmen digitaler aufzustellen.
Dienstag, 10. Februar – GL Gießerei Lößnitz GmbH
Die traditionsreiche Eisengießerei in Lößnitz (gegründet 1849) steht für hochwertige industrielle Fertigung und regionale Wertschöpfung. Sie produziert Eisengussteile vor allem für den automobilen Werkzeugbau und arbeitet mit großen OEM‑Kunden (OEM = Original Equipment Manufacturer), zeigt aber zugleich, dass klassische Industrie durch Innovation, Umweltengagement und Prozessmodernisierung – etwa in Richtung klimaneutrale Produktion – konkurrenzfähig bleiben kann.
Mittwoch, 11. Februar – Smart Rail Connectivity Campus & Erlahammer
Am Smart Rail Connectivity Campus (SRCC) in Annaberg‑Buchholz entsteht ein europaweit einzigartiger Forschungscampus für digitale, vernetzte und automatisierte Bahntechnologien mit Anbindung an eine 25 km Teststrecke. Hier arbeiten TU Chemnitz, DB RegioNetz, Fraunhofer‑Institute und zahlreiche Partner an Lösungen für nachhaltige Mobilität, Digitalisierung des Schienenverkehrs und Innovationen, die weit über die Region hinaus wirken sollen.
Anschließend steht der Erlahammer auf dem Programm, ein historischer Eisenhammer mit Ausstellung „Vom ältesten Eisenhammer in die Moderne“. Die Station verbindet Industriekultur mit der UNESCO‑Welterbe‑Montanregion Erzgebirge und macht deutlich: Geschichte kann Antrieb für Zukunft sein.
Donnerstag, 12. Februar – BsS Bergsicherung Sachsen GmbH
Das sächsische Ingenieur‑ und Bergbauspezialunternehmen BsS Bergsicherung Sachsen GmbH mit Sitz in Schneeberg ist Experte für bergbauspezifische Sicherungs‑ und Ingenieurleistungen. Unternehmen wie dieses tragen dazu bei, dass historische Infrastruktur, geotechnische Herausforderungen und heutige Bau‑ und Sicherheitsanforderungen miteinander bewältigt werden – eine Schlüsselaufgabe im technischen Untertage‑ und Landschaftsbau, die vielen lokalen Betrieben und Kommunen zugutekommt.
Ulf Lange dazu: „Regionalentwicklung ist keine abstrakte Aufgabe, sondern hat direkte Auswirkungen auf die Menschen vor Ort. In unseren ländlichen Räumen entstehen Arbeitsplätze, Innovationen nehmen Fahrt auf und Fachkräfte können gehalten werden – wenn die richtigen Rahmenbedingungen gesetzt werden. Die Tour durch den Erzgebirgskreis zeigt: Gründerzentren, Hightech-Forschung, traditionelle Industrie und kulturelles Erbe bilden ein vernetztes System, das unsere Region zukunftsfähig macht. Damit diese Dynamik wirkt, brauchen wir aktive politische Förderung: Investitionen in Infrastruktur, digitale Netze, Start-ups, Forschung und Weiterbildung sind entscheidend. Ohne gezielte Unterstützung drohen Fachkräftemangel, Unternehmensabwanderung und der Verlust regionaler Identität. Regionalentwicklung muss als strategische politische Priorität verstanden werden, damit wir Lebensqualität, wirtschaftlichen Aufschwung und eine starke, moderne Erzgebirgsregion sichern.“

