Im Vorfeld der Innenministerkonferenz hat sich Sachsens Innenminister Armin Schuster als Wortführer der Scharfmacher in Sachen Stadionsicherheit in Stellung gebracht. Im „Kicker“-Interview droht er wieder einmal damit, Fußballvereine für Polizeieinsätze bezahlen zu lassen oder Spiele erst gar nicht zu genehmigen, wenn die Klubs seiner Meinung nach nicht genug zur Deeskalation beitragen.

Ralf Böhme, sportpolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag dazu: „Das wirkt bestimmt sehr deeskalierend auf die Fans, oder? Auch die schon einmal verworfene zentrale Kommission für Stadionverbote wird wieder aufgewärmt – diesmal als „Fachaufsicht“, obwohl vor Ort viel kompetenter entschieden werden kann – und das übrigens auch bestens funktioniert. Die „Ultras“ der Politik sollten aufhören zu zündeln und mit dem Fußball reden anstatt über ihn. Und sie sollten ihre eigenen Statistiken endlich zur Kenntnis nehmen: Gewalt in den deutschen Stadien ist die bedauerliche Ausnahme. Trotz weiter gestiegener Zuschauerzahlen wurden in der vorigen Saison in den obersten drei Fußballligen 15 bzw. 23 Prozent weniger Verfahren eingeleitet als in den beiden Spielzeiten davor.“