Silicon Saxony braucht klare Wachstumssignale und eine internationale Strategie der Staatsregierung!
Prof. Dr. Jörg Scheibe, Ralf Böhme und Nico Rudolph ziehen ein Fazit nach einem fachlichen Austausch mit Vertretern des Industrieverbandes Silicon Saxony. Gesprächspartner waren der Managing Director Frank Bösenberg sowie Thomas Freudenberg (Public Affairs & Government Relations). Die Standortbedingungen und internationale Strategie sind zunehmende und zentrale Existenzfragen für den Wohlstand Sachsens.
Sachsen nimmt durch Chipdesign und die Stärke der Hersteller integrierter Bauelemente (Integrated Device Manufacturers – IDMs) eine führende Rolle ein. Diese Branche ist für das Bundesland als Fundament für Innovationen in Schlüsseltechnologien von existentieller Bedeutung. Dabei verdeutlicht der harte Standortwettbewerb, beispielsweise auch durch hohe Förderungen in anderen Bundesländern wie Bayern, dass Sachsen seine finanzielle Unterstützung für Forschung und Wissenschaft, insbesondere für das Kompetenzzentrum Chipdesign, konsequent aufrechterhalten muss.
Statement Prof. Dr. Jörg Scheibe:
„Die Arbeit des Barkhausen-Instituts bleibt für die Macher von Silicon Saxony eine absolute Priorität. Die Forschung und die Entwicklung neuer Technologien bilden die Basis, auf der die zukünftige industrielle Wertschöpfung in Sachsen aufgebaut wird. Investitionen in diesen Bereich sind keine bloßen Subventionen zur Erhaltung alter Strukturen, sondern entscheidende Wachstumssignale.“
Statement Ralf Böhme:
„Mit seiner herausragenden Dichte an Chipherstellern und -forschungseinrichtungen ist Dresden ein Leuchtturm der sächsischen Wirtschaft. Auf Basis der während der Zeit der DDR gelegten Grundlagen wurden hier nach 1990 in diesem Fall die richtigen Weichen, auch durch die Politik, gestellt. Unser Besuch bei Silicon Saxony machte die Wichtigkeit der kraftvollen Interessenvertretung der Unternehmen deutlich. Der vereinbarte weitere Austausch stellt eine gute Orientierung für unsere politischen Aktivitäten dar. Gerade in der aktuellen Phase des drohenden industriellen Niedergangs ist der Fokus auf Sicherung und Stärkung der Perspektiven der Chipindustrie in Sachsen von herausragender Bedeutung.“
Statement Nico Rudolph:
„In Anbetracht der globalen Vernetzung von Forschung, Entwicklung bis zur Automobilindustrie können wir uns keine weitere Planlosigkeit der internationalen Strategie Sachsens mehr leisten. Eine angemessene Verteilung der Auslandsbüros – auch mit unserer Partnerregion in China – können wir nicht weiter verzögern, um endlich eine abgestimmte und ausgeglichene Strategie zwischen Taiwan und China, aber auch zu anderen wichtigen BRICS-Staaten und westlichen Handelspartnern in Ost und West zu erreichen – für die zukünftige Re-Industrialisierung Sachsens!“



