Sportagentur in Sachsen – Ansatz gut, Umsetzung klärungsbedürftig
Für den deutschen Spitzensport gilt, was auch in anderen Bereichen immer deutlicher zu Tage tritt: Deutschland verliert international sukzessive seine Führungsposition. Eine Sportagentur für eine effizientere, transparentere und leistungsorientiertere Förderung des Sports zu gründen, ist deshalb ein unterstützenswertes Vorhaben. Dass sie ihren Hauptsitz in Leipzig haben wird, wie nun verkündet wurde, ist richtig und trägt der überragenden Rolle sächsischer Athletinnen und Athleten im deutschen Sport Rechnung.
Für die Spitzensporttraditionen Sachsens stehen Namen wie Katarina Witt, Jens Weißflog, Eric Frenzel, Sylke Otto, Anja Mittag oder auch – gerade erst mit zwei Goldmedaillen bei Olympia 2026 gekürt – Rennrodlerin Julia Taubitz. Mit der Entscheidung für Sachsen und Leipzig hat man in Berlin zur Abwechslung ein glückliches Händchen bewiesen. Nun muss auch der personelle Aufbau der Sportagentur gewährleisten, dass sie tatsächlich so unabhängig agieren kann, wie im Vorfeld behauptet und im geplanten Sportfördergesetz vorgesehen. Die angedachte Besetzung des Stiftungsrates nährt daran Zweifel.
Ralf Böhme, sportpolitischer Sprecher der BSW-Fraktion: „Im Stiftungsrat müssen Experten aus dem Sport das Sagen haben und die Einflussnahme der Politik auf ein Minimum beschränkt werden, im Interesse zukünftiger Sporterfolge.“

