Zum Vorstoß der sächsischen CDU, künftig eine rechtssichere Teil-Krankschreibung für Beschäftigte einzuführen, erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag, Ronny Kupke: „Wer krank ist, braucht Erholung und Schutz – nicht neue Graubereiche zwischen Arbeitsfähigkeit und Arbeitsdruck. Der Vorschlag der CDU geht klar zu Lasten der Beschäftigten.“

Die CDU möchte das bisherige „Alles-oder-nichts“-Prinzip bei Krankschreibungen durch ein Modell ergänzen, das stunden- oder tageweise Arbeitsfähigkeit bescheinigt. Begründet wurde dies mit weniger Ausfalltagen und einer effizienteren Personaleinsatzplanung.

Kupke kritisiert den Ansatz als einseitig: „Hier wird Erkrankung als organisatorisches Problem betrachtet, das man betriebswirtschaftlich lösen will. Aber Gesundheitspolitik darf nicht zum Werkzeug der Personaloptimierung werden. Viele Menschen gehen schon heute krank zur Arbeit – genau diese Fehlentwicklung würde die Teil-Krankschreibung weiter verschärfen.“

Der gesundheitspolitische Sprecher verweist auf die Erfahrungen von Gewerkschaften und Beschäftigtenvertretungen, die seit Jahren vor zunehmendem Präsentismus warnen. Statt darauf zu reagieren, drohe der CDU-Vorschlag, Druck zu erzeugen, „wenigstens ein paar Stunden“ trotz Krankheit zu arbeiten.

Kupke weiter: „Was wir brauchen, ist ein Gesundheitssystem, das die Menschen schützt – nicht eines, das Krankheit flexibilisiert. Jede politische Maßnahme muss verhindern, dass Beschäftigte sich verpflichtet fühlen, krank zu erscheinen.

Die Gesundheit der Menschen steht nicht zur Disposition. Eine Politik, die Beschäftigte im Krankheitsfall zum Flexibilitätsfaktor macht, wird es mit uns nicht geben.“

Die BSW-Fraktion kündigt an, sich im Landtag für ein Gesundheitssystem einzusetzen, das Prävention, wohnortnahe Versorgung und faire Arbeitsbedingungen stärkt – statt Maßnahmen, die Erkrankte unter Druck setzen.