VW Zwickau: Berichte über mögliches Aus nach 2030 – jetzt muss Klarheit auf den Tisch
Die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung (OAZ) berichtet heute, Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar habe bei einer Veranstaltung erklärt, für den VW-Standort Zwickau gebe es „schlechte Nachrichten“ und das Werk schließe spätestens 2030. Mehrere Teilnehmer sollen diese Äußerung gegenüber der Zeitung bestätigt haben. Das zuständige Ministerium habe die Aussage auf Nachfrage weder bestätigt noch dementiert.
Dazu erklärt Bernd Rudolph, Landtagsabgeordneter aus der Region und Vorsitzender der BSW-Fraktion im Zwickauer Stadtrat:
„Diese Nachricht ist alarmierend. Noch gibt es nach dem öffentlich bekannten Stand keinen Beschluss, das VW-Werk Zwickau 2030 zu schließen. Umso mehr muss die Staatsregierung jetzt erklären, auf welcher Informationsgrundlage Ministerin Kraushaar eine solche Aussage getroffen haben soll.
Für tausende Beschäftigte, ihre Familien, Zulieferer und eine ganze Region geht es um ihre Zukunft. Sie haben ein Recht darauf zu erfahren, was tatsächlich auf dem Tisch liegt. Gerüchte und Informationshäppchen hinter verschlossenen Türen sind angesichts der Tragweite völlig unangemessen.
Dass VW für Zwickau derzeit keine wettbewerbsfähige Fahrzeugbelegung für die Zeit nach 2030 sieht, ist bereits besorgniserregend genug. Eine Zukunft des Standortes allein mit Kreislaufwirtschaft und einem Bruchteil der heutigen Beschäftigten kann für Zwickau aber keine zufriedenstellende Perspektive sein.
Wenn VW-Chef Oliver Blume nach Zwickau kommt, erwarte ich deshalb klare Aussagen: Soll Zwickau auch nach 2030 ein Automobil- und Industriestandort mit Produktion und tausenden Arbeitsplätzen bleiben? Und wenn ja, mit welcher Perspektive?
Zwickau hat in den vergangenen Jahren den tiefgreifenden Umbau hin zur Elektromobilität mitgetragen. Die Beschäftigten haben enorme Veränderungen bewältigt. Jetzt darf die Region nicht die Rechnung dafür präsentiert bekommen.
Die Staatsregierung muss sich gemeinsam mit Volkswagen, Arbeitnehmervertretern und der Region mit aller Kraft für eine industrielle Zukunft des Standortes einsetzen. Zwickau braucht keine Beruhigungspillen, sondern Klarheit und eine belastbare Perspektive über 2030 hinaus.“

