Zukunft freier Schulen sorgt für Diskussionen
In einer Aktuellen Debatte im Sächsischen Landtag diskutierten die bildungspolitischen Sprecher der Fraktionen zum aktuellen Antrag der Grünen ‚Bildungsvielfalt braucht Verlässlichkeit. Freie Schulen stärken‘.
Anlass des Antrags und der dazu geführten Debatte ist Prüfauftrag Nr. 35 der Sächsischen Landesregierung vom 20. Januar 2026, der das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK) beauftragt, im Rahmen der Haushaltsaufstellung 2027/2028 die Zuschussregelungen für Schulen in freier Trägerschaft zu prüfen.
Dieser Prüfauftrag erfüllt Eltern von Kindern, die in freien Schulen lernen und den Landeselternrat Sachsen mit Sorge. Eine weitere finanzielle Benachteiligung freier Schulen wird befürchtet.
Der bildungspolitische Sprecher der BSW-Fraktion Lars Wurzler beschrieb in seiner Rede den Aufwuchs freier Schulen im Freistaat in den Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs, deren Zahl sich seit den neunziger Jahren stetig gesteigert hat: von 121 Mitte der Neunziger bis 431 im zurückliegenden Schuljahr. Er würdigte deren Leistungen und spezifischen Potenziale im Bildungsprozess.
Zugleich stellte Wurzler jedoch – anders als die anderen Redner – eine Frage in den Raum: „Warum entscheiden sich Eltern in Sachsen immer öfter, ihr Kind an einer freien Schule lernen zu lassen? Die Antwort liegt nahe, wenn man sich die Situation staatlicher Schulen ansieht, die Bausubstanz mancher Schule, ungesicherte Finanzierung von Unterstützungspersonal, das Maßnahmenpaket des SMK zur ‚Verbesserung der Unterrichtsversorgung‘, das die Lehrkräfte weiter belastet statt entlastet. Bildung ist eine der wichtigsten Aufgaben des Staates. Es geht daher in erster Linie darum, staatliche Schulen zu stärken, damit diese Schulen nicht weiterhin in dieser Größenordnung von Eltern gemieden werden. Lehrkräfte staatlicher Schulen leisten trotz der mangelnden Rahmenbedingungen Hervorragendes.“ Auf einen Hinweis zu mangelnder Wertschätzung für staatliche Schulen bei einzelnen bildungspolitischen Sprechern von Landtagsfraktionen konnte Wurzler nicht verzichten.
Wurzlers Fazit: „Die angespannte Haushaltslage trifft staatliche wie freie Schulen, das ist leider Realität. Man darf also nicht verkennen, dass freie Schulen nicht außen vor bleiben können. Dennoch darf der Landtag nicht zulassen, die Existenzen freier Schulen und damit der dort engagierten Pädagoginnen und Pädagogen zu gefährden. Die in freie Schulen investierten Mittel müssen zumindest das bisherige Niveau behalten. Das BSW steht bereit, sich dafür einzusetzen, ggf. mit einem Änderungsantrag, der parteiübergreifend auf den Weg gebracht wird.“


