Zwickau hat geliefert – jetzt muss Volkswagen liefern
Nach der gestrigen Betriebsversammlung im VW-Werk Zwickau erklärt Bernd Rudolph, Landtagsabgeordneter aus der Region und Vorsitzender der BSW-Fraktion im Zwickauer Stadtrat:
„Oliver Blume lobt die Zwickauer Belegschaft und sagt sinngemäß: Schaut nach Sachsen, wie Veränderung funktioniert. Gleichzeitig kann er den Beschäftigten nicht sagen, ob in Zwickau nach 2030 noch Autos gebaut werden. Das passt nicht zusammen.
Zwickau hat Kosten gesenkt, den Personalumbau bewältigt und seine Fabrikkostenziele erreicht. Trotzdem wird 2027 eine Produktionslinie stillgelegt und es fehlt weiterhin eine Nachbelegung. Die Beschäftigten haben geliefert – jetzt muss Volkswagen liefern.
Die Zukunft des Standorts darf nicht allein auf die Frage reduziert werden, wo in Europa am billigsten produziert werden kann. Wer ein leistungsfähiges Werk immer wieder gegen Standorte mit niedrigeren Löhnen ausspielt, schafft einen Wettbewerb, den die Beschäftigten kaum gewinnen können.
Zwickau braucht deshalb keine weiteren sechs bis zwölf Monate Ungewissheit, sondern schnellstmöglich eine belastbare industrielle Perspektive. Kreislaufwirtschaft kann ein Teil davon sein. Sie ersetzt aber nicht tausende Industriearbeitsplätze.
Volkswagen trägt Verantwortung für die Menschen und für eine Region, die den Umbau zur Elektromobilität für den Konzern erfolgreich umgesetzt hat.“

